Ein Hoch auf die Frauen!

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Der erste Internationale Frauentag wurde zum ersten Mal auf Vorschlag von Clara Zetkin (SPD, später KPD) im Jahr 1911 begangen. Dabei ging es in erster Linie darum, für das Frauenwahlrecht zu agitieren. Zunächst gab es nurFrauentag Kundgebungen in Dänemark, Deutschland, Österreich, Schweiz und den USA, in den Folgejahren schlossen sich weitere Bewegungen in anderen Ländern an, um neben dem Wahlrecht auch Mutterschutz und menschenfreundliche Arbeitszeiten einzufordern.

Die Themen, die im Fokus standen wechselten im Lauf der Jahre, der Tag war auch geprägt von den sozialpolitischen Auseinandersetzungen der Weimarer Republik und der drohenden Faschismusgefahr. Im Dritten Reich wurde der Internationale Frauentag aufgrund seiner sozialistischen Ursprünge verboten, stattdessen wurde der Muttertag forciert und zum Feiertag erklärt. Nach 1945 geriet der Frauentag in Westdeutschland in Vergessenheit, während er in der DDR zum gesetzlichen Feiertag erklärt wurde.

Erst mit der Renaissance der Frauenbewegung in den 1960er Jahre rückte der Frauentag wieder ins westdeutsche Bewusstsein, 1977 wurde der 8. März von der UN schließlich als Internationaler Frauentag anerkannt. Seit Mitte der 1990er Jahre erreicht der Tag wieder eine Art Comeback und es gibt bundesweit viele Veranstaltungen, die von verschiedensten AkteurInnen organisiert werden. Denn wer denkt, die Frau sei mittlerweile doch weitgehend gleichgestellt, der irrt gewaltig:

  • Equal Pay: Frauen verdienen 22% weniger als ihre männlichen Kollegen. Auf ein Jahr gerechnet arbeiten Frauen im Verhältnis zu Männern also 80 Tage für die im Endeffekt gleiche Bezahlung. Den Arbeitgebern freut es, denn durch diese Ungleichbehandlung können sie a) ihren Profit erhöhen und b) Lohndruck auf die männlichen Kollegen ausüben und die Arbeitnehmerschicht so künstlich in zwei Seiten spalten
  • Chancengleichheit: Frauen sind in Führungspositionen deutlich unterrepräsentiert. Stattdessen arbeiten sie häufig in den typischen „Frauenberufen“ (Krankenschwester, Friseurin, Bürokauffrau, Einzelhandelskauffrau, etc.), wo die Arbeitsbedingungen deutlich prekärer sind und schlechter bezahlt werden.
  • Emanzipation: Kinderbetreuung und Hausarbeit ist immer noch Frauensache. Während ein Mann durchschnittlich 0,8 Stunden pro Tag mit Hausarbeit verbringt, sind es bei Frauen 2,3 Stunden.

Diese ungleiche Behandlung der Geschlechter wird durch die Folgen der neoliberalen Spar- und Kürzungspolitik noch weiter verschärft: Frauen haben noch weniger, sich am Arbeitsmarkt durchzusetzen. Sie kappt notwendige öffentliche Dienstleistungen wie Kinderbetreuung und kürzt insbesondere Bildungs- und Sozialausgaben – denn dafür ist wegen der Politik der Schuldenbremse ja kein Geld mehr vorhanden. Frauen werden also weiter durch die gesellschaftlichen und ökonomischen Verhältnisse in überholte Rollenbilder gedrängt, dies führt zurück zu einer überwunden geglaubten Aufgabenteilung zwischen den Geschlechtern.

Im Zentrum der Debatte zum 8. März diesen Jahres stehen also die Geschlechterquote in Vorständen und Aufsichtsräten und die prekären Arbeitsbedingungen im Niedriglohnbereich und wie dies gegen den Widerstand der Banken und Konzerne durchgesetzt werden kann.

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